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Cloud auf eigener Hardware: Wann lohnt es sich?
6 Min. Lesezeitnijitech
Die Cloud ist nicht immer die richtige Antwort — eigene Hardware ebenso wenig. Die Entscheidung fällt nicht die Preistabelle, sondern vier Fragen.
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Zehn Jahre lang lautete die Standardantwort: Cloud. Server kauft man nicht, man mietet sie. Seit einigen Jahren wird diese Annahme hinterfragt, und die Debatte läuft meist über die Preistabelle. Dabei entscheidet nicht die monatliche Rechnung.
1. Wie vorhersehbar ist Ihre Last?
Der eigentliche Wert der Cloud ist Elastizität: Sie kaufen keine Hardware im Voraus für eine Nachfrage, die Sie nicht kennen. Für ein Geschäft mit unvorhersehbarem, sprunghaftem Verkehr ist das unbezahlbar.
Läuft Ihre Last aber seit Monaten im selben Band, zahlen Sie für Elastizität, die Sie nicht nutzen. Bei konstanter, vorhersehbarer Last ist eigene Hardware meist günstiger — und Sie kennen die Kapazität im Voraus.
2. Wie wichtig ist Ihnen, wo die Daten liegen?
Für manche Organisationen ist Datenresidenz eine Präferenz, für andere eine vertragliche Pflicht. Gehören Sie zur zweiten Gruppe, hängen Sie von den Regionsoptionen des Cloud-Anbieters ab; auf eigener Hardware wissen Sie, in welchem Gebäude die Daten stehen.
Das heißt nicht, dass die Cloud unsicher wäre. Es heißt: Die Frage lautet nicht „ist es sicher“, sondern „wer entscheidet“.
3. Wer trägt den Betriebsaufwand?
Die wahren Kosten einer Cloud auf eigener Hardware sind nicht die Hardware, sondern der Betrieb: Läuft das Backup, sind die Updates eingespielt, was passiert bei einem Plattendefekt? Die Cloud übernimmt einen Teil dieser Arbeit — und ein Teil der Rechnung ist genau dafür.
4. Was kostet der Ausstieg?
In beide Richtungen gibt es eine Bindung. Der Ausstieg aus der Cloud kann teuer werden, je nachdem wie stark Sie an anbieterspezifische Dienste gekoppelt sind. Der Wechsel von eigener Hardware in die Cloud wiederum bedeutet auszusteigen, bevor sich die Investition amortisiert hat.
Deshalb ist der Mittelweg oft der solideste: eine Infrastruktur auf Standardtechnologien bleibt portabel, auf welcher Seite Sie auch stehen.
Entscheidungsrahmen
Vier Fragen
- Ist die Last vorhersehbar? — Wenn ja, spricht das für eigene Hardware
- Ist Datenresidenz eine vertragliche Pflicht? — Wenn ja, spricht das für eigene Hardware
- Gibt es ein Team, das den Betrieb trägt? — Wenn nein, spricht das für die Cloud
- Was kostet es, wenn ich morgen umentscheide? — Standardtechnologie hilft in beiden Fällen
Fallen zwei Antworten auf die eine und zwei auf die andere Seite, denken Sie hybrid: variable Last in der Cloud, konstante und sensible Last auf eigener Hardware. Das ist keine ideologische, sondern eine praktische Entscheidung.
Aus dem Glossar: EU-Datenresidenz · Edge-Skalierung